100 Jahr St. Antoniuskirche










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Festeucharistie  
100-Jahre-Pfarrkirche St. Antonius

32. Sonntag im Jahreskreis -  C

Holsterhausen, 10.11.2013, 10 Uhr

 

Einzug:  „Die Himmel rühmen“ Chor

Begrüßung und liturgische Eröffnung:

Ø     Liebe Gemeinde, liebe Gäste,

Ø     ich begrüße Sie alle ganz ganz herzlich, die Sie zur Festeucharistie zum 100jährigen Kirchweihjubiläum von St. Antonius gekommen sind.

 

Ø     Beginnen wir diese Eucharistiefeier mit dem Kreuzzeichen.

Ø     Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ø     Christus, der Eckstein der Kirche, sei mit euch!

 

Ø     Die Kirche lebt von ihren Gesichtern. Das wird schon deutlich, wenn man die Wahlplakate für die Pfarreiratswahl sieht. Menschen mit Gesicht stellen sich zur Wahl, damit die Geschichte von St. Antonius gut weitergehen kann.

Ø     Deshalb auch an dieser Stelle noch einmal der dringende Aufruf, zur Wahl zu gehen. Die Legitimation einer Wahl lebt ja immer auch von der Wahlbeteiligung.


 

Ø     Die Kirche lebt von Gesichtern, von den vielen Ehrenamtlichen, die unsere Gemeinde prägen, von den verschiedenen Gremien und deren Gesichtern und von all den Gesichtern, die hier Gottesdienst feiern, die irgendwo mittun.

Ø     Sicherlich wurde die Kirchengemeinde St. Antonius auch von ihren Hauptamtlichen geprägt, von meinem Vorgänger Ludger Ernsting, von dessen Vorgänger Pfarrer Sundermann, von den verschiedenen Pastoralreferenten in der letzten Zeit, Elisabeth Beckmann und Trude Heek und unzähligen anderen, die ich nicht alle aufzählen kann.

Ø     Heute denken wir an ein ganz besonderes Gesicht, an Pfarrer Josef Herold, der von 1888-1898 Kaplan hier in Holsterhausen war und dann von 1898-1931 hier Pfarrer war.

Ø     Zu Zeit von Pfarrer Herold, am Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde immer deutlicher, dass die St. Antoniusgemeinde eine neue und größere Pfarrkirche brauchte.

Ø     Pfarrer Josef Herold wurde zum Träger dieses Gedankens und der Verwirklichung eines Kirchenneubaus in der Pfarrgemeinde St. Antonius hier in Holsterhausen. Er warb für diesen Bau und mit großer Begeisterung wurde sein Anliegen aufgenommen und Sammlungen durchgeführt und die Gemeinde unterstützte diesen Bau und freute sich auf ihre neue Kirche.

Ø     Pfarrer Josef Herold, ein Gesicht, das diese Gemeinde prägte. Allerdings fände ich es zu wenig, hier nur an den Kirchenbau zu denken. Bei dem wunderschönen Früchteteppich dieses Jahres wurde auch an den Kirchbau vor 100 Jahren erinnert und ein großes Bild von Pfarrer Josef Herold gelegt.

Ø     Des Öfteren bin ich vor diesem wunderschönen Früchteteppich gestanden und Menschen erzählten von ihren Erinnerungen. Jemand erzählte, dass seine Eltern von Pfarrer Herold getraut wurden. Ein anderer erzählte, dass er einer der letzten Täuflinge von Pfarrer Herold gewesen ist.

Ø     Seelsorge und der Seelsorge ein Zuhause, ein steinernes Zuhause zu geben, das ist mit dem Gesicht von Pfarrer Herold verbunden. Und deshalb freuen wir uns auch sehr darüber, dass sein Großneffe, Egbert Herold, der an der Oper in Bonn als Sänger tätig ist, diesen Gottesdienst musikalisch mitgestaltet.

Ø     Heute, 100 Jahre nach der Einweihung der Kirche, dürfen wir auch ein neues beziehungsweise sehr schön umgebautes Gebäude einweihen, dieses Gebäude hieß immer schon die 61. Es beherbergt nun eine große Bücherei für beide katholischen Gemeinden in Holsterhausen, das Pfarrbüro und das Begegnungscafé des Eine-Welt-Kreises. Es bietet die Chance, zu vielfältigen Begegnungen. Und das Schöne ist, dass alle dieses Haus besuchen können, weil es barrierefrei ist und jetzt auch Menschen zum Begegnungscafé kommen können, für die das Turmcafé Schalom aufgrund der engen Treppe ein Hindernis war.

Ø     Ich fand, dass der Name ‚61’ eigentlich nicht unbedingt der schönste Name für dieses Haus ist und regte im Kirchenvorstand an, dass wir einen Wettbewerb zur Namensgebung starten. Viele Namen sind eingegangen: Begegnungshaus, Haus der Gemeinde, Antoniushaus, Miteinanderhaus, Dechant Eing Haus und viele viele andere. Im Kirchenvorstand wurde dann über den Namen diskutiert und der Vorschlag Dechant Eing Haus angenommen.

Ø     Dieser Name spricht wieder von einem Gesicht, das die Kirche in Holsterhausen prägte. Diesen Namen hat Herr Matthias Feller vorgeschlagen und er wird uns jetzt erzählen, warum er diesen Namen für so treffend hält und uns einiges zu Dechant Eing erzählen, damit dieses Gesicht auch für uns alle ein lebendiges wird.

Gedanken zu Dechant Eing: Matthias Feller

Seit der Einweihung dieses Kirchengebäudes waren noch keine 10 Jahre vergangen, da verstärkte ab 1922 ein neues Gesicht das Seelsorgeteam in St. Antonius: Heinrich Eing aus Gescher wurde die Aufgabe des Vikars übertragen und er zog mit seiner Schwester als Haushälterin in die damalige Vikarie, der heutigen Antoniusstraße 59.

Schnell hat sich Heinrich Eing offensichtlich in dem damals sehr armen Holsterhausen zurechtgefunden, die Menschen angesprochen und für sich gewonnen. Denn als 1931 Pfarrer Joseph Herold in den Ruhestand ging, wurde Heinrich Eing auf Bitten der Pfarrgemeinde zu seinem Nachfolger bestellt.

In einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Zeit half er vielen notleidenden Menschen nicht nur durch seelsorgerischen Beistand.

In den folgenden Jahren der NS-Herrschaft waren sein mutiger Einsatz für und die Unterstützung von Andersdenkenden ohne Rücksicht auf das persönliche Risiko ein mutiges Zeichen für den Glauben. Beispielhaft sei hier das Verlesen,  die Vervielfältigung und die Verteilung der Predigten des „Löwen von Münster“ genannt.

Als Seelsorger lagen Dechant Eing besonders die Familien am Herzen. Er setzte sich nach dem 2. Weltkrieg zielstrebig dafür ein, dass junge Familien durch die Vergabe von günstigen Erbbaugrundstücken Eigentum erwerben konnten. Die Bebauung ganzer Straßenzüge ist hierauf zurückzuführen.

In der Familienseelsorge war für ihn die Frühkommunion ein wichtiges Element, in der die Mütter ihre Kinder selbst zur Eucharistie führten. Denn für ihn war die Heilige Kommunion keine Belohnung für gute Taten oder sollte viel Katechismuswissen voraussetzen, sondern ist als eine Speise und Stärkung auf unserem Weg zu verstehen.

Die Nähe zu den Menschen suchte Heinrich Eing auch in den Gottesdiensten. So hat er schon zu Beginn der 1960er Jahre die Umgestaltung des Innenraumes der St. Antonius-Kirche zu seiner heutigen Form und insbesondere auch die Gottesdienstgestaltung angestoßen. Nicht ohne Stolz sagte er einmal: „Das 2. Vatikanische Konzil hat sich nach uns gerichtet!“

Dieses Wirken ist auch ein Grund, dass das Dorf Holsterhausen und damit die Pfarrgemeinde St. Antonius das heute für sie typische Gesicht hat und den für sie typischen Geist leben kann.

Der Neubau eines Pfarrhauses wurde von ihm angeregt und umgesetzt, weil die bis dahin als Pfarrhaus genutzte „Alte Vikarie“ nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Seelsorge entsprach.

Die Neugestaltung des Pfarrheimes mit der Altenbegegnungsstätte wurde auf seine Initiative in Angriff genommen und der Bau und die Einrichtung des Kindergartens wurde noch von ihm initiiert.

In den 47 Jahren seines priesterlichen Wirkens hier in der St. Antonius-Pfarrgemeinde hat Heinrich Eing somit viele Spuren hinterlassen und auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er der Gemeinde sehr verbunden. Seinen liturgischen Besitz hat er unserer Pfarrgemeinde testamentarisch übertragen und es ist ein besonderes Zeichen der Verbundenheit, dass die Familie Eing  in diesem Gottesdienst vertreten ist.   

Überleitung zum Kyrie:

Ø     In der Lesung gleich hören wir die Bitte von Paulus an Gott für die Thessaloniker. Er bittet: Der Herr richte euer Herz darauf, dass ihr Gott liebt. Der Herr richte euer Herz auf, so könnte man auch sagen.

Ø     Bitten wir Gott um sein Erbarmen, um seine Hilfe, dass er immer wieder unser Herz aufrichtet, wenn wir Angst vor der Zukunft haben, wenn wir uns Sorgen machen, wie das weitergeht mit St. Antonius angesichts der Strukturveränderungen in unserem Bistum.

Ø     Bitten wir Gott darum, dass er uns hilft, unbeirrt an seine Gegenwart zu glauben und  von ihm zu erzählen, dass er uns Vertrauen schenkt. Bitten wir ihn um sein Erbarmen.

Kyrie:  Gl 495,7

Gloria:  „Erde singe“ Gl 840,1

Tagesgebet:

Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, wir feiern voller Freude das100 jährige Jubiläum der Einweihung der
St.-Antonius-Kirche. Wir danken dir für die Gemeinschaft mit allen, die hier Gottesdienst gefeiert haben und feiern. Erfülle die Menschen, die dich hier suchen, mit deiner Freude und deinem Frieden im Heiligen Geist durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder, der mit dir in unserer Mitte lebt jetzt und in Ewigkeit.

Lesung: Thess 2,16-3,5

Antwortgesang: Sologesang Haydn – Egbert Herold

Halleluja: Chor/Gemeinde

Evangelium: Lk 20,27-38

Halleluja: Chor/Gemeinde

Predigt:

Ø     Liebe Gemeinde,

Ø     vor 100 Jahren wurde unsere Pfarrkirche St. Antonius eingeweiht. 100 Jahre sind eine lange Zeit. Daher ging mir bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes durch den Kopf, was diese Kirche alles so erlebt hat. Einige Punkte haben mich so bewegt, dass ich sie Ihnen gerne mitteilen möchte.

Ø     1913 wurde die Kirche eingeweiht. Nur kurze Zeit Frieden war der Kirche gegönnt. Dann kann der Erste Weltkrieg. Wie viele Mütter, Freundinnen, Ehefrauen, Angehörige haben wohl hier eine Kerze angezündet, damit ihre Lieben wieder heil vom Schlachtfeld zurückkehren. Wie viele Tränen wurden hier geweint, wenn wieder einmal ein Soldat sein Leben lassen musste.

Ø     Nach einer kurzen Friedensperiode wiederholte sich das ganze noch verschärft im Zweiten Weltkrieg. Wie viele Menschen haben hier für ihre Kinder, Ehemänner und Freunde gebietet, haben ihre Tränen vergossen, wenn die Nachricht ‚gefallen’ kam.

Ø     Die Antoniuskirche hat die goldenen Zwanziger erlebt, eine Blütezeit, aber auch die Jahre der Depression, der Massenarbeitslosigkeit, der Armut. Wie viele Menschen haben hier gebetet, ihr Leid geklagt, Gott angefleht, dass sie wenigstens das Nötigste zum Leben haben.

Ø     Die Pfarrkirche St. Antonius durfte erleben wie es nach dem Zweiten Weltkrieg aufwärts ging, wie Deutschland eine stabile Demokratie wurde, wie wirtschaftlicher Wohlstand sich immer mehr ausbreitete. Und ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen hier zum Dank hingekommen sind, zum Dank dafür, dass es wieder aufwärtsgeht.

Ø     Allerdings musste die Kirche auch selber eine große Wunde des Zweiten Weltkriegs verkraften, ein Sturm zerstörte einen Teil des Daches, im Krieg konnte es nicht wieder aufgebaut werden, da es zu wenige Materialien gab. Lange Zeit schwebte die Antoniuskirche zwischen Hoffen und Bangen, teilweise war sie baupolizeilich gesperrt.

Ø     Unsere Pfarrkirche durfte dann auch erleben wie die Kirche sich änderte, wie Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanischen Konzil eröffnete, wie der Kirchbau der neuen Liturgie angepasst wurde, wie die Antoniuskirche ein neues Gewand erhielt, wie Menschen die gelungene Gestalt des Paradieses bestaunen und gerne in diese als Zentralbau umgestaltete Kirche hineingehen.

Ø     Die Antoniuskirche durfte erleben, wie viele Menschen hier getauft wurden, sie durfte die Freude der Erstkommunion von unzähligen Kindern erleben, sie durfte erleben, wie Menschen nach der Beichte wieder getröstet und aufgerichtet nach Hause gingen, sie durfte erleben wie viele Menschen hier den Bund der Ehe schlossen und um Gottes Segen für ihren Bund gebetet haben, wie viele Menschen hier bei Ehejubiläen für 25, 50 oder mehr Jahre dankten.

Ø     Die Antoniuskirche war allerdings auch Zeugin unzähliger Beerdigungen, sie hat Trauernde in sich geborgen, für die der Lebensmittelpunkt weggebrochen ist.

Ø     Das Leben der Antoniuskirche und die Zeiten, die sie erlebte sind und waren spannend. Und zu allen Zeiten war sie von Weitem sichtbar, zunächst mit dem hohen Turm, aber auch mit dem jetzt etwas kleineren Turm.

Ø     Sicherlich gibt es auch bange Fragen der Antoniuskirche, gerade in dieser Zeit. Sie fragt sich vielleicht, warum immer weniger Menschen den Weg zu ihr finden, sie fragt sich vielleicht, welche Rolle sie in den neuen kirchlichen Strukturen spielen wird.

Ø     Ich persönlich möchte unserer Antoniuskirche ganz viel Mut machen und dabei einen Blick auf die Weltkirche riskieren, besonders auf unsere Schwestern aus Korea, die uns leider bald verlassen werden.

Ø     Sie haben aber ein Erbe hinterlassen, die Kenntnis der koreanischen Kirche. Und da gibt es einen Punkt, der mich immer wieder fasziniert. Menschen in Korea waren auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, sie schauten sich verschiedene Religionen an, sie waren mit deren Antworten auf die Sinnfrage nie ganz zu frieden. Anders war es bei christlicher Literatur und der Bibel. Da spürten viele Menschen, dass in der Bibel ganz viel Leben und Weisheit steckt, dass Jesus Christus wirklich der Weg zum Leben ist und sie begannen diese Hoffnung miteinander zu teilen. Zunächst noch ganz ohne Priester, ohne Hierarchie, ohne Hauptamtliche. Das Buch der Bücher, die Bibel hat sie so begeistert, dass sie in Gruppen zusammenfanden, dass Kirche entstand. Erst später kamen Missionare, kamen Priester. Am Anfang stand die Faszination für die Botschaft der Bibel.

Ø     Ich bin sehr davon überzeugt, dass die hoffnungsvolle Botschaft der Bibel auch heute noch jede Menge Strahlkraft besitzt; ihre Botschaft, dass es einen Gott gibt, für den jeder Mensch absolut kostbar und wertvoll ist, ihre Botschaft, dass Gott unser Leben begleitet, ihre Botschaft von vielen Beispielen, wie Leben gelingen kann, nicht nur bei uns, sondern in Solidarität mit der einen Welt.

Ø     Mut kann ich der Antoniuskirche auch spenden, wenn ich sehe, wie viele Menschen sich engagieren: Da ist der Eine-Welt-Kreis, der Brasilienkreis, die verschiedenen Gremien, die Verbände, die Katecheten bei Erstkommunion und Firmung, da ist die Jugendarbeit, die Leiterrunde, da sind die vielen sozialen Angebote, da sind die verschiedenen musikalischen Gruppierungen und und und.

Ø     Ich kann der Antoniuskirche Mut machen, auch wenn nicht mehr so viele Menschen in sie hineingehen, denn viele Menschen versuchen auch heute aus dem Geist der Bibel zu leben.

Ø     Unsere Kirche darf immer wieder die verschiedensten Gottesdienste erleben. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass so regelmäßig wie bei uns Schulgottesdienste stattfinden, dass es Menschen gibt, die sich bemühen, dass Kinder etwas von Gott mitbekommen und von der Kraft, die die Feier der Gottesdienste geben möchte. Unsere Kirche darf immer noch viele Taufen erleben, sie darf erleben, wie Menschen in ihr heiraten, vielleicht weniger als früher, aber es ist immer gut, das Glas halb voll und nicht halb leer zu sehen. Unsere Antoniuskirche darf erleben, wie regelmäßig Werktagsmessen in ihr gefeiert werden, wie auch Wortgottesdienste von Ehrenamtlichen vorbereitet werden und gefeiert werden, sie darf erleben, dass vielen Menschen die Feier der Gottesdienste Kraft gibt.

Ø     Die Antoniuskirche ist von weit her sichtbar. Sie lädt uns immer wieder ein, zu ihr zu kommen. Glücklicherweise ist es noch möglich, sie offen zu halten, so dass Menschen zwischendurch einfach mal eine Kerze anstecken können. Ich halte das für sehr wertvoll und erinnere mich dabei immer an ein Seminar während meiner Promotion mit Orthodoxen zusammen. Da erzählte eine junge Griechin, wie es mit der Kirche in Griechenland vielfach in großen Städten aufwärts ginge. Viele Manager und Geschäftsleute gingen morgens vor der Arbeit eben in die Kirche, um eine Kerze anzustecken.

Ø     Und die Antoniuskirche lädt sichtbar und hörbar durch ihre Glocken ein, Gottesdienste mit zu feiern und ganz besonders feierlich läutet sie sonntags und lädt die Menschen ein.

Ø     In ihr wird die Eucharistie gefeiert, Gott schenkt sich uns in Brot und Wein, er ist in Brot und Wein unter uns und möchte uns durch den Empfang der Kommunion stärken, dass wir den Alltag gut bestehen können. Unsere Pfarrkirche steht unerschütterlich da und läutet und erinnert daran. Und immer gibt es Werktags ein paar und sonntags ein paar mehr Menschen, die diesem Angebot folgen.

Ø     Und sie durfte auch erleben, dass erwachsene Menschen sich taufen ließen, die irgendwo spürten: Mit Gott ist das Leben viel reicher und lebendiger, die über das Zeugnis anderer, über die Bibel oder Literatur zu Gott fanden und das in der Kirche feierten.

Ø     Die Antoniuskirche erlebt natürlich auch, dass hier im Dorf nicht wenig gemeckert wird, über neue Strukturen, über andere Menschen, über das, was engagierte Ehrenamtliche mit viel Mühe geleistet haben, darüber dass die Kirche zu kalt sei, dass ein Lied nicht gefällt, dass die Predigt zu lang sei, dass Kinder zu unruhig sind, dass zu wenige junge Familien da sind, über den Bischof, über den Kirchenvorstand, über zu volle Gottesdienste, über zu leere Gottesdienste und vieles mehr. Aber unsere Pfarrkirche gibt nicht auf, sie hält stand, sie lädt immer noch unver-drossen einen, sich in ihr zu versammeln und das Leben im Gottesdienst zu feiern.

Ø     Bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes habe ich mich gefragt, ob ich ein anderes Evangelium als das vorgesehene Tagesevangelium aussuchen sollte. Ich habe mich nach kurzer Bedenkzeit dagegen entschieden, auch wenn vielleicht nicht alle Sätze des Evangeliums uns ansprechen, aber ich denke die Hauptaussage ist unsere zentrale christliche Hoffnung: Es gibt die Auferstehung.

Ø     Für mich ist dies das Kostbarste unseres Glaubens, davon überzeugt zu sein, dass unsere paar Jahre hier auf der Erde nicht alles sind, sondern dass unser Leben bei Gott vollendet wird. Und ich empfinde es bei jeder Beerdigung als einen großen Trost, den Angehörigen sagen zu dürfen: Der Verstorbene bleibt mit euch verbunden, ganz besonders in der Feier der Eucharistie. Denn unsere irdische Liturgie ist sozusagen ein Abglanz der himmlischen Liturgie, und wenn wir Liturgie feiern, sind wir mit den Menschen vor uns verbunden. Und ich darf den Trauernden sagen: Ich bin überzeugt, dass sie ihre Lieben einst wieder sehen bei Gott, neu Gemeinschaft mit ihnen haben.

Ø     Und diese Verbindung, diese Hoffnung teilen wir mit allen Christen auf der Erde, teilen wir mit der ganzen katholischen Kirche. Und deshalb wird in jedem Gottesdienst unser Bischof erwähnt, als Zeichen dafür, dass wir mit allen Christen im Bistum Münster unsere Hoffnung teilen, und es wird der Papst erwähnt, um deutlich zu machen, dass diese Hoffnung alle Christen auf der ganzen Erde verbindet. Und darüber hinaus beten wir in jeder Eucharistiefeier für unsere Toten, weil auch sie zu dieser großen Gemeinschaft der Kirche dazu gehören.

Ø     Und insofern finde ich es immer wieder bewundernswert, dass unsere Antoniuskirche nicht hochmütig ist, sondern demütig durch ihre Präsenz, durch ihre Glocken einlädt, obwohl das Wunderbarsten in ihr gefeiert wird, dass Gott mitten unter uns ist, in den Menschen, die Gottesdienst feiern, in den Gestalten von Brot und Wein und dass es die Verbindung gibt mit allen Menschen vor uns, die nun bei Gott die göttliche Liturgie feiern.

Ø     Eigentlich ist jeder Gottesdienst ein Wunder, jede Eucharistiefeier ein Ereignis, das Leben schenkt und Leben verwandelt. Und ich habe das Gefühl, dass unsere Antoniuskirche sich darüber freut, dieses Wunder immer wieder genießt. Und uns zu diesem Wunder einlädt. Ich habe den Eindruck, dass unsere Kirche dankbar ist für all die Gebete in ihr, für das Wunder der Eucharistie in ihr, und ich habe auch das Gefühl, dass sie keineswegs bang in die Zukunft blickt, sondern weiß: Was hier gefeiert wird, verändert die Menschen, gibt den Menschen Kraft, verändert die Welt, ist ein wichtiges Zeichen für die Welt.

Ø     Lassen wir uns hinein nehmen in das Geheimnis der Kirche, das Geheimnis unserer Pfarrkirche, in das Geheimnis des Glaubens und auch in ihre Freude einstimmen und freudig diesen Gottesdienst feiern und voller Zukunft, voller Freude und voller Hoffnung in die Zukunft schauen.

Ø     Und ein Teil der neuen Zukunft wird deutlich - gleich im Anschluss an diese Eucharistiefeier - wenn alle Messdiener, alle Bannerabordnungen und – hoffentlich- alle Gottesdienstbesucher, zum Dechant Eing Haus ziehen, um dieses einzuweihen, dabei an ein Gesicht denken, dass unsere Kirche in Holsterhausen in der Vergangenheit prägte und zugleich an die Zukunft denken.

Ø     Es gibt ein neues Begegnungscafé, die einzige Bücherei in Holsterhausen befindet sich hier, das Pfarrbüro hat einen neuen Ort gefunden, das Bistum hat viel Geld investiert und wird das nicht einfach für nothing tun.

Ø     Das Dechant Eing Haus ist ein Zeichen der Hoffnung und unsere Pfarrkirche freut sich über diese Hoffnung und teilt sie. Da bin ich mir sicher. Amen.

Credo: „Der Herr ist mein Hirte“ Chor

Fürbitten:

Herr Jesus Christus, du bist der Eckstein der Kirche, du bist das Fundament all unseres Handelns als Christen, du bist unser Wegbegleiter. Dich bitten wir:

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche getauft wurde (Jutta Feller)
Vor 50 Jahren wurde ich in der Antoniuskirche getauft. Ich möchte für alle Christen bitten, dass sie immer wieder spüren, welcher Schatz ihnen mit der Taufe geschenkt wurde und wie ein Leben mit Gott ein erfülltes Leben fördert. Christus, höre uns…

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche zur Erstkommunion ging (Luca Schönwald)
Vor 2 Jahren bin ich in der Antoniuskirche zur Erstkommunion gegangen. Ich möchte für alle Christen bitten, dass sie spüren können, wie das Brot des Lebens ihnen Kraft und Hoffnung schenkt. Christus, höre uns…

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche gefirmt (Till Feller)
Ich bin dieses Jahren in der Antoniuskirche gefirmt wurden. Ich möchte darum bitten, dass der Heilige Geist in den Menschen lebendig wirkt, wir auf seinen Rat hören und ihm vertrauen. Christus, höre uns…

Ø     Begleitung der VB-Kreise für Familiengottesdienste (A. Lewin)
Zu meinen Aufgaben gehört die Begleitung der Vorbereitunsgkreise für Familiengottesdienste. Ich möchte für alle Kinder bitten, dass sie in unseren Gottesdiensten gute Erfahrungen machen und eine Ahnung davon bekommen, dass Gott ihr Leben liebevoll begleitet. Christus, höre uns…

Ø     Jemand, der vor noch nicht allzu langer Zeit in der Antoniuskirche geheiratet hat (Ludger Korte)
Vor 2 Jahren habe ich in dieser Kirche geheiratet. Ich möchte für alle Ehepaare bitten, die glücklich miteinander sind, dass sie dieses Glück nie für selbstverständlich halten, sondern sich stets um den anderen mühen. Christus, höre uns…

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche ein Ehejubiläum gefeiert hat (Frau Kruse)
Vor 1 Jahr durfte ich meine Silberhochzeit in der Antoniuskirche feiern und für die gemeinsame Zeit mit meinem Ehepartner danken. Ich möchte für alle Ehepaare bitten, die es schwer miteinander haben, dass sie Wege zueinander suchen und finden. Christus, höre uns.

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche gerne mal eine Kerze anzündet (Frau Morhöfer)
Ich gehe gerne mal in die Antoniuskirche, um eine Kerze in den verschiedensten Anliegen anzuzünden. Ich möchte für alle Menschen bitten, die ein wichtiges Anliegen haben, dass sie einen Ort finden, wo sie sich mit ihrem Anliegen aufgehoben fühlen. Christus, höre uns…

Ø     Jemand aus der Pfarrei St. Bonifatius (Margret Rother)
Wir Christen aus Sankt Bonifatius und aus Sankt Antonius sind seit vielen Jahren gemeinsam  im Glauben unterwegs. Ich möchte darum bitten, dass  es uns immer mehr gelingt, in unserem Stadtteil Holsterhausen die frohmachende Botschaft von einem Leben in Fülle für alle  überzeugend und glaubwürdig zu verkünden und zu leben. Christus, höre uns

Ø     Jemand aus der Pfarrei Martin Luther (Pfr. Overath)
Seit vielen Jahren bin ich gerne in der Antoniuskirche. Sie ist für mich zu einem ökumenischen Zuhause geworden. Ich liebe den Vorhof, den Kirchinnenraum, die Stille. Da sind viele Bilder in mir von bewegenden Gottesdiensten mit Schulkindern, Schützen, mit Trauernden, mit Menschen, die gemeinsam Christus feiern. Ich bitte, dass das immer wieder neu geschieht, dass wir in Christus eins sind, dass alle Menschen erfahren, dass er das Licht der Welt ist. Christus, höre uns...

Ø     Jemand, der in der Antoniuskirche bei Beerdigungen den Dienst des Lektors versieht ((Frau Dietrich)
Des Öfteren übernehme ich bei Beerdigungen den Dienst des Lektors. Ich möchte für alle Trauernden bitten, dass sie im Glauben Trost und Hilfe finden. Und ich möchte für die Verstorbenen bitten, dass sie in Gottes Reich der Liebe das Leben für immer haben. Christus, höre uns.

Auf die Fürsprache des heiligen Antonius erhöre unsere Bitten und nimm unseren Lobpreis an, den wir dir Tag für Tag schenken, heute und in Ewigkeit.

Gabenbereitung: Gebet – Egbert Herold

Gabengebet:

Vater im Himmel, nimm die Gebete deines Volkes an, und gib, dass alle, die diese Eucharistie feiern, sich auferbauen lassen als lebendige Steine deiner Kirche durch Christus, unseren Herrn.

Präfation 

Sanctus:   Heilig Gl 862

Hochgebet:

Vater unser:

Agnus Dei:  „Unser Leben sei ein Fest“  Gl 888,1+3

Mahlspruch:

Ø     Ihr seid Gottes Tempel, und der Geist Gottes wohnt in euch. Der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. (1 Kor 3,16-17)

n. d. Kommunion: Sologesang Dvorak – Egbert Herold

Schlussgebet:

Gott, den kein Tempel fassen kann, du hast uns hier versammelt und uns mit deinem Wort, mit dem Brot des Lebens und dem Kelch des Segens gestärkt. Sammele uns auch am Tag deiner Herrlichkeit zum ewigen Hochzeitsmahl im himmlischen Jerusalem. Dich loben und preisen wir durch Christus, unseren Herrn.

Segen: MB 562

Dank sagen:

Einladung zur Einweihung Dechant Eing Haus und Empfang:

Ankündigung der Ausstellung:

Im Namen und Auftrag des Ausstellungsteams möchte ich Sie ganz herzlich auf die Ausstellung zur Kirchengeschichte von St. Antonius hinzuweisen. Diese Ausstellung kann bis zum Aufbau der Krippe besucht werden. Es ist ein "Rundgang" durch die Kirche entwickelt worden, bei dem die figürlichen Darstellungen erklärt werden. Diese sind durchnummeriert (Klebepunkte), sodass Interessierte sich per Handzettel selbstständig informieren können. Für Besucher wird das Ausstellungsteam nach dem Gottesdienst und im Weiteren auf Anfrage bereitstehen.

Kelche, altes Messgewand aus dem 17. Jh. können Sie heute sehen und sonst nur nach vorheriger Anfrage.

Die Feuerwehr Holsterhausen hat die Madonnenfigur (alter Marienaltar) vom Sakristeiboden geholt, sie bleibt zunächst vor dem alten Hochaltar stehen. Dabei wurde festgestellt, dass diese nicht – wie vermutet - aus Gips, sondern aus Holz ist! Herr Bernhard Feller und Sohn Jan Wilhelm haben die Figur entstaubt und den (abgebrochenen) Marienstab wieder befestigt.

Dem Ausstellungsteam, bestehen aus Herrn Dolle, Herrn Schräjahr und Herrn Franken möchte ich an dieser Stelle ganz herzlichen Dank für ihre wertvolle und uns alle erfreuende Arbeit sagen.

Schlusslied: # 639, 1.4.5 ‚Ein Haus voll Glorie’

 

Gang zum Dechant Eing Haus:

 

Lied: ‚Großer Gott’, 1.2 (Chor und Gemeinde auswendig)

Einleitung/Gebet/Segnung:

Ø     Im Benediktionale, dem offiziellen Buch für kirchliche Segnungen, heißt es kurz und knapp zur Segnung eines kirchlichen Gemeindehauses.

Ø     „Jesus hat verheißen: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Räume der Pfarrei sind nicht nur Stätten menschlicher Begegnung, sie dienen zugleich dem Aufbau der Gemeinde durch Verkündigung und Diakonie; so fördern sie die Begegnung der Menschen mit Gott.“

Ø     Das Dechant Eing Haus enthält das Pfarrbüro, den zentralen Anlaufpunkt unserer Gemeinde. Hier werden Messen für liebe Verstorbene bestellt, hier wird das Gemeindeleben organisiert, hier findet der Austausch über manche Alltagsprobleme statt und vieles mehr.

Ø     Das Begegnungscafé des Eine-Welt-Kreises dient der Begegnung, nach den Gottesdiensten besteht die Möglichkeit bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Tee ein wenig beieinander zu verweilen und Gemeinschaft zu pflegen. Durch den Kauf der fair gehandelten Produkte werden Menschen in der einen Welt fair bezahlt und so die Würde der menschlichen Arbeit gefördert.

Ø     Die Bücherei vermittelt den Menschen Freude an Erzählung und Dichtung, Kenntnis der Natur und ihrer Kräfte, Verständnis für die Gesetze des Zusammenlebens der Menschen. Die Bücher können helfen, das Leben in Freiheit und Freude zu gestalten.

Ø     Danken wir Gott nun für dieses neue bzw. renovierte Haus, für das Dechant Eing Haus.
 

Ø     Gepriesen bist du, Herr, unsere Gott. Alles, was du geschaffen hast, ist gut.
Wir loben dich und preisen dich.

Ø     Du hast dem Menschen deine Schöpfung anvertraut.
Wir loben dich und preisen dich.

Ø     Aus deiner Hand kommt jede gute Gabe.
Wir loben dich und preisen dich.

Ø     Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen
Herr, unser Gott, am heutigen Tag haben wir allen Grund, dir zu danken. Das Dechant Eing Haus, das heute offiziell eingeweiht wird, soll uns helfen, deine Gemeinde aufzubauen und Gemeinschaft zu erfahren.

Schenke diesem Haus deinen Segen und hilf, dass alles, was in diesem Haus geschieht, dem Wohl deiner Gemeinde dient.

Segne alle, die die Solidarität in der einen Welt durch den Kauf von fair gehandelten Waren unterstützen und die im Begegnungscafé Gemeinschaft suchen.

Segne alle, die in der Bücherei Anregung und geistige Bereicherung suchen.

Segne alle, die das Pfarrbüro besuchen und dort Hilfe für die verschiedenen kirchlichen und persönlichen Anliegen suchen.

Segne alle, die sich hier ehrenamtlich oder hauptamtlich engagieren.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Besprengung der Räume:

Während der Besprenung: ‚Maria, breit den Mantel’, 1.2 (Chor und Gemeinde auswendig)

Einladung zum Empfang und zum Besuch der Ausstellung: