Exia2009

 

Grußwort Ostern 2009
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Liebe Gemeinde,

in der Pfarrkirche St. Lambertus in Henrichenburg wurde im Jahr 2000 der bis auf die Abendmahlszene verloren gegangene Hochaltar durch den Künstler Theo Schäfer neu gestaltet. Diese aus dem ursprünglichen Schnitzaltar erhaltene Abendmahlszene wurde in einen Zyklus aus fünf Gemälden zu überwiegend neutestamentlichen Themen eingebunden. Auf dem Ihnen vorliegenden Bild ist das mittlere Gemälde zu sehen. Für mich ist es eine sehr gelungene Verbindung von Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern.

 

Nach dem Ringen mit sich und Gott in Gethsemane hat Jesus dem gewaltsamen Ende keinen Widerstand mehr entgegengesetzt. Trotz des tiefsten Schreckens von Gott verlassen zu sein, hat er sein Ja zu seinem Vater durchgehalten. Die Verbindung zu der Abendsmahlplastik verdeutlicht den Willen Jesu zur bedingungslosen Hingabe für uns Menschen bei der Einsetzung der Eucharistiefeier und sein in ihr gegenwärtiges Heilshandeln über den Kreuzestod hinaus.

 

So wurde er schließlich im Kreuzesgeschehen eins mit allen, die an der Grenze stehen und in dem Bewusstsein existieren, dass es keinen Schritt schlimmer kommen dürfe. In dieser seiner Verlassenheit ist eine größere Nähe zur leidenden Kreatur kaum zu denken.

Die tatenlos Zuschauenden, auch die entsetzt Starrenden und angesichts ihres Verlustes Verzweifelnden umlagern das Kreuz. Keiner der Beteiligten ist in der Lage, den Gesichtskreis zu erweitern - über das Kreuz hinaus, über dem bereits das Strahlen der Anwesenheit Gottes aufgeht. Dieses transzendente Licht reflektiert den Körper des Gekreuzigten. Er leuchtet in Wahrhaftigkeit spiegelndem Weiß - im Gegensatz zum dunklen Lügengewand des Pilatus im vorgehenden Gemälde dieses Zyklus’. Der Maler deutet an, was erst von der Auferstehungserfahrung her verstehbar wurde und sich in der Kreuzigung schon vollzieht, dass der Vater seinen Sohn endgültig als diesen offenbart und auferweckt. Die über den Umstehenden leuchtenden Flammenzungen verweisen auf die Notwendigkeit des Wirkens des Heiligen Geistes, ohne das uns das Heilsgeschehen verschlossen bliebe.

 

Liebe Gemeinde, ich wünsche Ihnen die Erfahrung dieses österlichen Strahlens der Anwesenheit Gottes in Ihrem Leben. Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen dieses Licht auch in dunklen und schweren Stunden Hoffnung auf den Gott des Lebens schenken kann.

 

Da dies ja der letzte Osterflyer als eigenständige Pfarrei St. Bonifatius ist, wünsche ich ganz besonders im Blick auf die neue Pfarrei St. Martin, dass unser Zugehen auf die Fusion vom Wirken des Heiligen Geistes getragen wird und dass sein Wehen sowohl in der neuen Pfarrei als Ganzer als auch in dem zukünftigen Seelsorgebezirk St. Bonifatius spürbar wird, damit christlicher Glaube und christliche Gemeinschaft wachsen und gedeihen können und neue Blüten hervorbringen.

 

 

Frohe und gesegnete Ostern!

 

Carsten Roeger