Kurzansprache anl. des Abschieds:

Über: Mit dir überspringe ich Mauern 

Ø Liebe Gemeinde,

Ø ich habe mir für diesen Gottesdienst, der am Beginn unseres ökumenischen Gemeindefests steht und in dem ich mich verabschieden möchte, das Lied gewünscht: Mit dir über springe ich Mauern

Ø Viele werden sich an das Bild von Sieger Köder erinnern, an den Messdiener, der sich auf einen Kerzenleuchter stützt und mit ihm wie beim Stabhochsprung eine Mauer überspringt.

Ø Ich bin dankbar dafür, dass ich gemeinsam mit Ihnen, mit Euch, Mauern hier in der Pastoral überspringen konnte.

Ø Ich denke bspw. an viele Aktionen, wo uns Neues gelungen ist: An die Aktion ‚Kirche schmeckt‘, an die längste Kaffeetafel im Dorf, an Exerzitien im Alltag, wo Menschen versuchten zu sehen, was Gott ihnen im Leben bedeutet, an viele wunderschöne Gottesdienste, in denen aufschien, wie nah uns Gott ist und wie er uns begeistern kann.

Ø Und ich denke an die gute Ökumene hier vor Ort, wie unkompliziert und selbstverständlich die Zusammenarbeit ist, wie wirklich zu spüren ist, was uns im Glauben verbindet und dogmatisch Trennendes ganz weit weg zu sein scheint.

Ø Ich erinnere mich gerne daran, wie ich beispielsweise im Jugendbereich erleben konnte, wie es mal weniger wurde, dann aber auch wieder aufwärts ging, wie bei meinem Beginn beispielsweise die Leiterrunde der Pfadfinder sehr  übersichtlich war und plötzlich ganz groß geworden ist.

Ø Ich denke beispielsweise an die Gottesdienste aus dem Häuschen, wo auch Menschen kamen, die sonst eher nicht den Weg zur Kirche finden.

Ø Es gab viele Erfahrungen, wo zu spüren war, dass wir gemeinsam mit Gott Mauern überspringen, uns mit ihm auf den Weg machen.

Ø Zugleich gab es auch Situationen, wo die Arbeit in den beiden Pfarreien nicht ganz einfach war. Ich denke vor allem an den Fusionsprozess und auch an Verletzungen, die ich in dieser Zeit erlebt habe. Und natürlich auch an Begegnungen oder Momente der Zusammenarbeit, die schwer oder gar belastend waren.

Ø Und da hat mich begleitet, dass Gott mein Rettungsboot ist, mein letzter Halt. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar, denn es gab Situationen, wo es nötig war, dass ich aufgerichtet wurde und ich spürte, dass Gott mir durch Menschen Halt schenkt.

Ø In der letzten Strophe heißt es, dass Gott der Sinn ist, der heilt. Menschen, die ich während meiner Zeit hier verletzt habe, wissentlich oder unwissentlich, möchte ich an dieser Stelle um Verzeihung bitten. Zugleich habe ich das Vertrauen, dass Gott Verletzungen auf beiden Seiten heilt.

Ø Mit dir über springe ich Mauern. Du bist die Wurzel des Glücks, du vertreibst den Tod.

Ø Dankbar denke ich daran zurück, wie viele Menschen ich begleiten durfte, für die es besondere Zeiten des Glücks gab: Eltern, die ihr Kind taufen ließen, Paare, die heirateten.

Ø Ich erinnere mich gerne an die feierlichen Erstkommunionen und die Firmfeiern. Und an grüne Zweige, die ich darin sehe, dass manchmal Menschen nach solchen Erfahrungen des Glücks ein bisschen mehr zur Kirche gefunden haben.

Ø Und ich denke an die Menschen, die mir das Vertrauen entgegenbrachten, dass ich sie auf dem letzten Weg mit einem ihnen sehr lieben Menschen begleiten durfte und denen ich von meiner Hoffnung erzählen durfte, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Ø Du bist die Wurzel des Glücks. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie das immer wieder erleben können, dass der Glaube an Gott, die Beziehung zu Gott, Ihnen Glück schenkt, Sie bereichert. Und dass sie den grünen Zweig sehen können, wenn einmal alles recht hoffnungslos erscheint.

Ø Mit dir über springe ich Mauern.

Ø Dankbar für viele gute gemeinsame Erfahrungen gehe ich zum einen mit einem weinenden Auge, da ich weiß, dass ich viele Menschen und vieles hier sicherlich vermissen werde. Und ich sage danke, für all das mir geschenkte Vertrauen und die vielen Begegnung.

Ø Zugleich gehe ich auch mit einem erwartungsvollen lachenden Auge, denn wie heißt es so schön in dem Lied: Mit dir wage ich einen Anfang, mit dir mache ich mich auf den Weg.

Ø Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie sich immer wieder auf den Weg machen, um neue Erfahrungen mit unserem Gott des Lebens zu machen. Wir dürfen gewiss sein, dass er uns sieht und begleitet: Du siehst mich, so heißt ja auch das Motto des diesjährigen evangelischen Kirchentages.

Ø Und ich möchte meine Gedanken mit dem Wunsch schließen: Man sieht sich. Heute bei der Begegnung auf dem ökumenischen Gemeindefest und sicherlich bei unterschiedlichen Gelegenheiten in Holsterhausen oder in Waltrop oder an anderen Orten. Amen.