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Herzlich Willkommen!

Christmette 2011

 

 

 

 

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 Christmette 2011

 

Einzug:

Versammlung an der Krippe:

Martyrologium:   

Besinnung:  

Du kommst

Und keiner erwartet dich so recht

Die Gasthäuser sind überfüllt

Die Volkszählung läuft auf vollen Touren

Die Hirten machen ihre Arbeit

und sorgen sich um die Herde

 

Du kommst

Und keiner rechnet ernsthaft mit dir

Die Kassen klingeln

Alles verläuft in gewohnten Bahnen

Jeder geht seiner Arbeit nach

und bringt seine Schäfchen ins Trockene

 

Du kommst

Und das Fest wirft seine Schatten voraus

Seit Wochen Lichterglanz allüberall

Die Krippe wird entstaubt

Die Geschenke verpackt

Der Baum festlich geschmückt.

 

Du kommst

Und wir wollen feiern und uns freuen

Unser Herz verwandelt sich zu Stall und Krippe

Du wirst handgreiflich und erfahrbar

Die Welt taucht ein in göttlichen Glanz

Erscheint in neuem Licht

 

Du kommst

Und wir sind verzaubert vom deinem Charme

Ein Kind verändert die Welt

Und stellt vieles auf den Kopf

Du kommst –

Ganz anders als gedacht.

Segnung der Krippe:   

Eröffnung:  

Ø     Seien Sie herzlich willkommen, alle, denen diese Nacht heilig ist!

Ø     Seien Sie herzlich willkommen, alle, deren Herz in dieser Nacht voll festlicher Freude ist!

Ø     Seien auch Sie herzlich willkommen, alle, die Sie nicht so recht wissen, ob sie dieser Nacht trauen können.

Ø     Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Er wird starker Gott und Friedensfürst genannt. Er ist der Weltenherrscher, der in unüberbietbarer Machtfülle eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit aufrichtet.

Ø     Er ist das Licht in aller Dunkelheit, er ist unsere Hoffnung in aller Verlorenheit.

Ø     Ihn wollen wir fröhlich preisen!

Lied:

Text: Lektor

Der uns geschenkt

das Leben

und jene Sehnsucht

die uns suchen lässt

zuweilen gar den Schlaf

uns raubt

 

ER lasse euch

jetzt finden

wenn Dunkel

alles Irdische verdeckt

den Blick uns nimmt

auf Gaben

die uns gut

doch letztlich euch nicht stillen

auch nicht erfüllen

 

Dann lenke ER

den Blick euch auf

zum Himmel

zu jenem Stern

der um's Geheimnis

jener Sehnsucht weiß

 

Und lasse Frieden finden

den, der dorthin schaut

sich in das Kind verliebt

das uns geboren

Gloria:

Tagesgebet:

Herr, unser Gott, an diesem Weihnachtsmorgen feiern wir die Geburt eines Kindes in einem Stall zu Bethlehem. Denn mitten in der Nacht ist uns das Licht aufgestrahlt, das alle Welt erleuchtet und mit der Botschaft deiner liebenden Gegenwart erwärmt. Lass uns dieses Geheimnis in unserem Herzen erfassen und im Glauben bewahren, damit wir ganz erfüllt werden von dem, was du uns schenkst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung: Jes 9, 1-6

Antwortgesang: # 140, 1-3 ‚Zu Bethlehem geboren’

Evangelium: Lk 2

Predigt:

Ø     Liebe Gemeinde,

Ø     Weihnachten spricht man von der Menschwerdung Gottes, der Inkarnation Gottes.

Ø     Und in dieser Aussage sind m. E. zwei entscheidende Unbekannte enthalten: Wer ist Gott? Wer ist der Mensch?

Ø     Beide Fragen sind nicht einfach zu beantworten, am ehesten vielleicht noch die Frage, was den Menschen zum Menschen macht.

Ø     Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die Affen, besonders Menschenaffen spannend finden. In den Zoos gehören sie nicht nur bei Kindern zu den beliebtesten Tieren.

Ø     Menschenaffen faszinieren uns, weil sie uns so ähnlich sind, sie können sogar Sprache lernen, Werkzeuge herstellen, Wissen vererben.

Ø     Aber warum dürfen wir sie in Käfigen halten, sie ihrer Freiheit legitim berauben? Vermutlich tun wir das deswegen einfach, weil wir davon ausgehen, dass sie Tiere sind, keine Menschen, wenn auch Tiere, die uns ziemlich nahestehen.

Ø     Dieses Thema ‚Wann ist der Mensch ein Mensch’ fasziniert mich ganz besonders seit einer Studienwoche für meinen Weihejahrgang mit Prof. Ulrich Lüke im Herbst diesen Jahres.

Ø     Eine wesentliche Frage in dieser Woche war u. a., was den Menschen als Mensch ausmacht und ob es definitive Unterscheidungsmerkmale zum Tier gibt.

Ø     Als untaugliche Unterscheidungsmerkmale erwiesen sich bspw.

Ø     der Werkzeuggebrauch: Das können auch Affen und andere Tiere.

Ø     Ebenso können Tiere auch Werkzeuge herstellen.

Ø     Auch Sprache gibt es bei den Tieren; Bienen oder Delphine bspw. kommunizieren höchst differenziert, Menschenaffen können aufgrund des fehlenden Kehlkopfes zwar nicht sprechen, können aber mit Hilfe eines PCs, der 200 Tasten für verschiedene Begriffe enthält, sinnvolle Sätze bilden.

Ø     Zudem gibt es Ichbewusstsein nicht nur beim Menschen, sondern es ist bspw. auch für Schimpansen anzunehmen.
Anders als mein leider verstorbener Dalmatiner Balko, den der Film 101 Dalmatiner gänzlich unberührt ließ und der sich auch im Spiegel nicht erkennen konnte, können Schimpansen sich im Spiegel sehen. In einem Experiment malte man ihnen einen weißen Punkt auf die Stirn. Diesen weißen Punkt sahen die Schimpansen vor dem Spiegel und entfernten ihn von ihrer Stirn. Sie können sogar ihr eigenes Bild auf einer Kamera entdecken.

Ø     Ulrich Lüke schloss seine Überlegungen zu diesem Thema mit dem Ergebnis ab, dass es zwischen Affen und Menschen bei allen Vergleichen der Fähigkeiten und Eigenschaften keinen messerscharfen Unterschied gebe, wenn natürlich schon qualitative Unterschiede.

Ø     Der entscheidende Unterschied zwischen Mensch und Tier liegt für Ulrich Lüke nicht in besonderen Fähigkeiten, Eigenschaften oder Ichbewusstsein, sondern darin, wie die Welt betrachtet wird, ob die Frage gestellt wird, wo man herkommt und wo man hingeht. Der entscheidende Unterschied liegt also in der Fähigkeit, religiös zu sein, sich Gedanken machen zu können, wo der Ursprung des eigenen Lebens ist und worin das letzte Ziel des eigenen Lebens besteht.

Ø     Man weiß heute bspw. aufgrund von Grabbeigaben, dass es schon beim Neandertaler eine Vorstellung des Lebens über den Tod hinaus gab. Und das schon 150.000 Jahre vor Christi Geburt. So wurden die Toten bspw. mit Rotocker als Blut für neues Leben bestreut. Dies war zu Zeiten des Neandertalers ein Stoff, der sich nur mit ganz viel Aufwand herstellen ließ. Und man tat es, obwohl man eigentlich im täglichen Überlebenskampf keine Zeit dafür hatte, ebenso wenig wie für den Brauch, Blumen für eine Bestattung zu suchen.

Ø     Mit anderen Worten hat schon der Neandertaler geahnt, dass er nicht nur ein besseres Säugetiere ist, sondern mehr als das.

Ø     Und genau dieses Ahnen ist der Urgrund der Religion. Man weiß heute, dass die ersten Formen von Religion nicht einfach aus Angst vor den Naturgewalten entstanden. Auch wenn man vor Blitz und Hochwasser Angst haben konnte, so gab es jedoch keinen Grund, vor Sonne und Mond Angst zu haben, vor Bäumen oder Quellen Angst zu haben. Nicht die Angst ist der Ursprung der Religion, sondern das Staunen und das Ahnen. Damit beginnt die Menschwerdung des Menschen. Mit der Ahnung des Göttlichen bzw. mit der Möglichkeit der Ahnung des Göttlichen (die ja nicht jeder Mensch auch aktualisiert) beginnt der Mensch erst wirklich zum Menschen zu werden.

Ø     Die meisten kulturellen Entwicklungen des Menschen waren eng mit der Religion verknüpft. Menschen begannen ihre Sprache zu kultivieren und eine Schrift zu entwickeln, um ihren Glauben und die göttlichen Gesetze aufschreiben und weitergeben zu können. Mit dem Auftreten der Schrift beginnen die Hochkulturen. Gleichzeitig verfeinert sich das religiöse Empfinden, verfeinern sich Ehrfurcht und Gebet.

Ø     Unter allen Völkern der Erde nimmt in diesem Zusammenhang – zumindest für unseren jüdisch-christlichen Kulturbereich - das Volk Israel eine besondere Stellung ein. Dort hat man mit einer bis heute unbegreiflichen Hellsichtigkeit geahnt, dass Gott nicht ein Teil dieser Welt sein kann, dass Gott weder abbildbar noch manipulierbar ist und dass der israelitische Volksgott Jahwe nur dann Gott ist, wenn er zugleich der Gott aller Menschen ist.

Ø     Man hat mit unbegreiflicher Hellsichtigkeit geahnt, dass die Würde des Menschen nur von Gott herkommen kann, und sprach deshalb vom ‚Ebenbild Gottes’.

Ø     Man hat geahnt, dass das Heil der Welt, die Rettung des Menschen, nur von Gott herkommen kann, wie es dann etwa beim Propheten Jesaja heißt: „Gott selbst wird kommen und euch erlösen.“ (Jes 35,4)

Ø     Und dass feiern wir letztlich auch an Weihnachten, also heute, dass Gott selber kommt und Mensch wird.

Ø     Liebe Gemeinde,

Ø     die Menschwerdung des Menschen und die Menschwerdung Gottes gehen Hand in Hand. In dem Kind, das da geboren wird, erreichen die Menschwerdung des Menschen und die Menschwerdung Gottes ihren unüberbietbaren Höhepunkt. Das ist der ‚Immanuel’, der ‚Gott mit uns’, von dem Jesaja spricht. (Jes 7,14)

Ø     Rational zu erkennen, kognitiv zu begreifen oder logisch zu beweisen, gibt es da nichts. Es geht um ein gesamtpersonales Ahnen. Als die Neandertaler viel Aufheben um die Bestattung ihre Toten machten, da gab es auch nichts zu beweisen. Es war ein Ahnen.

Ø     So ist es geblieben bis zum heutigen Tag. Dass dieses Kind in der Krippe für uns ‚Anker der Hoffnung’ sein soll, das kann man nur ahnen. Dass dieser Jesus, den sie später getötet und begraben haben, eine Erwartung über den Tod hinaus begründen könnte, das kann man nur ahnen. Dass mit diesem Jesus von Nazaret die Menschheit eine Orientierung auf Gott hin erfahren hat, dass Gott mit der Welt und jedem Einzelnen eine eigene Geschichte, eine Heilsgeschichte hat, das kann man nur ahnen.

Ø     Viele tragen ein solches Ahnen in sich. Selbst mancher, der sich vielleicht verärgert von der Kirche abgewandt hat, von dem Kind in der Futterkrippe mag er sich trotzdem nicht trennen. Das Ahnen des Göttlichen hält ihn fest.

Ø     Auch Weihnachten im Jahr 2011 lebt von dieser Ahnung. Sie lässt in uns die Hoffnung keimen, dass Menschlichkeit möglich sei, dass wir allem Widersprüchlichen zum Trotz einer guten Zukunft entgegengehen und dass wir selbst am Ende unseres Lebens bei Gott unser Zuhause finden. Und das alles, weil die Menschwerdung des Menschen und die Menschwerdung Gottes Hand in Hand gehen.

Ø     Wundert es uns da, dass so viele gern Weihnachten feiern? Dass so manche an Weihnachten ihren eigenen guten Kern wieder entdecken? Dass Weihnachten in einem umfassenden Sinn ein so frohes Ereignis ist? 

Ø     Liebe Gemeinde,

Ø     für mich persönlich ist es zudem ganz wichtig, nicht beim Ahnen stehen zu bleiben, sondern dass das Geahnte zum Glauben werden kann, dass das Geahnte im Glauben ergriffen wird.

Ø     Die Feier der Weihnachtsgottesdienste kann dazu beitragen, dass wir uns einander in dieser Ahnung - und womöglich auch im Glauben - gegenseitig bestärken, dass Gott Mensch wird, dass dieses Kind in der Krippe für jede und jeden persönlich Anker der Hoffnung ist, dass Gott wirklich Immanuel ist, der Gott mit uns, der unser Leben begleitet und unendlich reich macht.

Ø     Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen von Herzen. Amen.
(inspiriert von der Ideenwerkstatt bei Herder)

Lied: Gl 908,1+3 ‚Menschen, die ihr wart verloren’

Fürbitten:

Zu Gott, der Mensch geworden ist, kommen wir in unserer Freude. Zu Christus kommen wir aber auch mit unseren Bitten:

Ø     Für die Kinder in Betlehem und überall auf der Welt, die in diesen Tagen der Weihnacht das Licht der Welt erblicken. Gib ihnen das, was sie zum Leben brauchen  und lass sie gesund heranwachsen. Menschgewordener Gott…

Ø     Für alle Menschen, die den Sinn von Weihnachten vergessen, verloren oder verdrängt haben, für alle Menschen, die Weihnachten nicht mehr feiern können. Menschgewordener Gott…

Ø     Für unsere Gemeinden und für uns selbst: dass wir die weihnachtliche Freude und den weihnachtlichen Frieden bewahren. Menschgewordener Gott…

Ø     Wir halten einen Augenblick der Stille und beten für all jene Menschen,  an die wir in dieser heiligen Nacht besonders denken. Menschgewordener Gott…

Darum bitten wir dich, der du selbst Mensch geworden bist und die Sorgen und Nöte der Menschen kennst. Amen

Gabenbereitung:

Gabengebet

Allmächtiger Gott, an diesem weihnachtlichen Morgen bringen wir mit Brot und Wein vor deinen Altar, was unser Leben ausmacht. Nimm unsere Gaben an. Verwandle sie durch deinen Geist, und nimm Wohnung in unseren Herzen, damit wir deinem Sohn gleichgestaltet werden, denn in ihm ist unsere menschliche Natur mit deinem göttlichen Wesen vereint. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Präfation:

Sanctus:

Hochgebet:

Vater unser:

Agnus Dei:  

Mahlspruch:

Ø     Die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar, und alle Menschen erfahren Gottes Heil.

n. d. Kommunion:   

Schlussgebet:

Herr, unser Gott, voll Freude haben wir die Geburt unseres Erlösers gefeiert und ihm unsere Lieder gesungen. Wir bitten dich: Gib uns die Gnade, dass uns nicht verloren geht, was in dieser Nacht geschehen ist, sondern dein göttlicher Sohn in uns bleibt und wir einst Anteil erhalten an seiner ewigen Herrlichkeit, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Segen:   

Schlusslied: