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Herzlich Willkommen!

Früchteteppich 2013

 

 

 

 

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St. Antonius, Dorsten-Holsterhausen

 

Beschreibung zum Früchteteppich

Als wichtige und ermutigende Aussage für den diesjährigen Früchteteppich haben die beiden Gestalterinnen die Aussage aus
Mt 11, 28 ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt… Ich werde euch Ruhe verschaffen.’ in den Mittelpunkt gestellt. Die offene Tür unterstreicht das Einladende dieses Verses.

Jesus selber lädt uns ein, mit allem, was uns belastet und was uns bisweilen niederdrückt, zu ihm zu kommen. Die Begegnung mit ihm möchte uns stärken, Kraft geben und Mut schenken für unseren Lebensweg.

Geistliche Begleitung, ein immer mehr nachgefragtes Seelsorgeformat, versucht Menschen zu helfen, unter dem Zuspruch Gottes im Glauben zu wachsen und mit Gottes Hilfe dem auf die Spur zu kommen, was Leben einschränkt und behindert, um so immer mehr zu einem erfüllten und erfüllenden Leben zu gelangen.

Für den persönlichen Glauben ist es zum einen wichtig, Menschen zu kennen und zu erleben, die aus einem tiefen Glauben heraus leben und zum Glauben motivieren können. Hierfür stehen auf dem Früchteteppich Papst Franziskus, der bei seinem ersten Auftritt mit den schlichten Worten
‚Bunoa Sera’ die Menschen begrüßte und als zentrales Thema die Barmherzigkeit Gottes vertieft in die Kirche einbringt (1) und Pfarrer Josef Herold (2), der maßgeblich den Bau der neuen Kirche vorantrieb, die vor 100 Jahren eingeweiht wurde  und dem die Heilige Ida (3) ganz besonders am Herzen lag, daher auch der Name ‚Idastift’ für den Schwesternkonvent.

Zum anderen braucht der Glaube auch eine räumliche Verortung, das Kirchengebäude, in dem Menschen ihre Hoffnungen und Ängste in einer spirituellen Umgebung vor Gott tragen können, in dem sie sich zur Feier der Eucharistie als Gemeinschaft versammeln, in dem sie ihre Kinder taufen lassen, heiraten und Abschied von lieben Menschen nehmen, wo sie einfach mal hingehen können, um eine Kerze in ihren Anliegen zu entzünden (4).

 (1) Barmherzigkeit als Fundament der Kirche

„Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschließen lassen, in kleine Vorschriften. Die wichtigste Sache ist aber die erste Botschaft: ‚Jesus Christus hat dich gerettet.‘ Die Diener der Kirche müssen vor allem Diener der Barmherzigkeit sein. Der Beichtvater - zum Beispiel - ist immer in Gefahr, zu streng oder zu lax zu sein. Keiner von beiden ist barmherzig, denn keiner nimmt sich wirklich des Menschen an. Der Rigorist wäscht sich die Hände, denn er beschränkt sich auf das Gebot. Der Laxe wäscht sich die Hände, indem er einfach sagt: ‚Das ist keine Sünde‘ - oder so ähnlich. Die Menschen müssen begleitet werden, die Wunden geheilt.

….

Ich träume von einer Kirche als Mutter und als Hirtin. Die Diener der Kirche müssen barmherzig sein, sich der Menschen annehmen, sie begleiten - wie der gute Samariter, der seinen Nächsten wäscht, reinigt, aufhebt. Das ist pures Evangelium. Gott ist größer als die Sünde. Die organisatorischen und strukturellen Reformen sind sekundär, sie kommen danach. Die erste Reform muss die der Einstellung sein. Die Diener des Evangeliums müssen in der Lage sein, die Herzen der Menschen zu erwärmen, in der Nacht mit ihnen zu gehen. Sie müssen ein Gespräch führen und in die Nacht hinabsteigen können, in ihr Dunkel, ohne sich zu verlieren. Das Volk Gottes will Hirten und nicht Funktionäre…

Man muss immer die Person anschauen. Wir treten hier in das Geheimnis der Person ein. Gott begleitet die Menschen durch das Leben und wir müssen sie begleiten und ausgehen von ihrer Situation. Wir müssen sie mit Barmherzigkeit begleiten. Wenn das geschieht, gibt der heilige Geist dem Priester ein, das Richtige zu sagen.

„Das ist auch die Größe des Beichtvaters: jeden Fall für sich zu bewerten, unterscheiden zu können, was das Richtige für einen Menschen ist, der Gott und seine Gnade sucht.

Der Beichtstuhl ist kein Folterinstrument, sondern der Ort der Barmherzigkeit, in dem der Herr uns anregt, das Bestmögliche zu tun.

Eine schöne Predigt, eine echte Predigt muss beginnen mit der ersten Verkündigung, mit der Botschaft des Heils. Es gibt nichts Solideres, Tieferes, Festeres als diese Verkündigung. Dann muss eine Katechese kommen. Dann kann auch eine moralische Folgerung gezogen werden. Aber die Verkündigung der heilbringenden Liebe Gottes muss der moralischen und religiösen Verpflichtung vorausgehen.

Papst Franziskus im Interview Antonio Spadaro SJ am 19. August 2013 (veröffentlicht in StdZ)

 

(2) Pfarrer Herold und der Bau der neuen Kirche

pfarrer herold 

Anfang des vergangenen Jahrhunderts „wurde immer deutlicher, dass die Antoniusgemeinde eine neue, größere Pfarrkirche brauchte. Der damalige Pfarrer Josef Herold (sc: 1888 Kaplan in Holsterhausen, von 1898-1931 Pfarrer ebd., Bild in: www.felixbierhaus.de/html/herold-05.html) erkannte diese neue Lage ziemlich schnell und wurde nun zum Träger dieses Gedankens und der Verwirklichung eines Kirchenneubaus in der Pfarrgemeinde St. Antonius in Holsterhausen. Nach eingehender Rücksprache mit dem damaligen Kirchenvorstand rief er am Patronatsfest 1905 erstmals die Gemeindemitglieder auf, durch Spenden den Bau einer größeren Pfarrkirche zu ermöglichen. Mit Begeisterung wurde dieser Ruf von den meisten Angehörigen der Gemeinde aufgenommen. Bald begannen planmäßige Sammlungen in der Kirche und an den Haustüren. Viele erklärten sich auch zu regelmäßigen Spenden bereit.(www.st-antonius-dorsten.de)

 

(3) Ida von Herzfeld (* um 770/775; † 825)

 

Die heilige Ida von Herzfeld hat ihren Mann Egbert kennengelernt, als sie ihn mit einer Kriegsverletzung gepflegt hat. Dabei ist der Funke übergesprungen, sie haben sich verliebt, und bald wuchs der Wunsch zu heiraten.

Auf dem Weg zu seinem Schloss sind sie durch Herzfeld gekommen und haben in dem kleinen Ort eine Rast eingelegt. Hier hatte Ida einen Traum, sie sollte eine Kirche bauen und die Menschen in Herzfeld bekehren. Dies taten beide auch und blieben in Herzfeld.

Ida hatte eine ganz besondere Art, die Menschen anzusprechen. Anders als Karl der Große hat sie nicht mit Gewalt die Menschen bekehrt, sondern sie war nett zu ihnen, half ihnen, gerade in der materiellen Not, unter der die Menschen in Herzfeld litten.

Und die Menschen fragten sie: Warum tust du das? Da erzählte sie von ihrem Glauben, von Gott. Und weil sie so überzeugend lebte, waren Menschen von ihr angetan und von ihrem Gott. Und viele fingen an, an den Gott Idas zu glauben.

Ihr Leben für Gott setzte sie auch nach dem Tod von Egbert fort, sie lebte in einer Klause bei der Kirche und war für die Menschen in ihren Nöten da.

Ida überzeugte Menschen vom Christentum, weil sie so lebte, dass man sie nach ihrem tragenden Grund fragte. Sie ist damit eine Anfrage an uns, wie wir als Christen unsere Hoffnung leben. Wirft unser Leben auch Fragen nach dem tragenden Geheimnis auf?

 

(4) Eine offene Kirche erzählt…

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Es ist erstaunlich, was Kirchenbesucher notieren, wenn ein Gästebuch ausliegt: Einer krickelt unbeholfen Danke hinein. Dem anderen ist eine Fürbitte  wichtig. Manchmal steht da ein ganz persönlicher Hilferuf.

Einen solchen Ort suchen Menschen: Sie möchten mit sich und ihren Sorgen ins Reine kommen, unabhängig von Öffnungszeiten und Wochentagen.

Räume dienen nicht nur bestimmten Zwecken, sie vermitteln Atmosphäre und noch ein bisschen mehr. Da  kann es eine Hilfe sein, wenn abseits vom Alltagsgeschäft ein Raum zur Stille  einlädt.

Wie ein Gotteshaus wirkt, hat Manfred Hausmann, einst in Bremen zu

Hause, in Verse gesetzt:

TROST

Ich möchte eine alte Kirche sein,
voll Stille, Dämmerung und Kerzenschein.
Wenn du dann diese trüben Stunden hast,
gehst du zu mir mit deiner Last.
Du senkst den Kopf, die große Tür fällt zu.
Nun sind wir ganz alleine, ich und du.

Ich kühle dein Gesicht mit leisem Hauch,
ich hülle dich in meinem Frieden auch,
ich fange mit der Orgel an zu singen...
nicht weinen, wo die beiden Kerzen sind,
komm, setz dich hin, du liebes Menschenkind!

Ob Glück, ob Unglück, alles trägt sich schwer.
Du bist geborgen hier, was willst du mehr?
In den Gewölben summt's, die Kerzenflammen
wehn flatternd auseinander, dann zusammen.
Vom Orgelbraus die Engel sehn dir zu
und lullen dich mit Flötenspiel zur Ruh.

Ich möchte eine alte Kirche sein,
voll Stille, Dämmerung und Kerzenschein.
Wenn du dann diese trüben Stunden hast,
gehst du zu mir mit deiner Last.

Hier braucht ein Mensch Trost. Niedergeschlagen kommt er in die Kirche. Obwohl allein auf weiter Flur wird er von Geborgenheit umfangen. Der unsichtbare Gott lässt seine Gegenwart spüren. Kerzen, Orgel, Engel, eine alte Kirche – das sind für Manfred Hausmann Zeichen von Gottes Nähe. Die Trostsuchenden finden Antwort.

Ob Glück, ob Unglück. Alles trägt sich schwer./

Du bist geborgen hier: Was willst du mehr?

(nach einer Idee von Reinhard Rittner)

 

 

‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen

habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.’ (Mt 11, 28)

 

Wir sind eingeladen! 
Die Tür steht weit offen!