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Schuetzengottesdienst 2009

 

 

 

 

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St. Bonifatius, Schapdetten 

Schützenmesse 2009

 

 

Zum Einzug:

Liturg. Eröffnung:

Einleitung:

Ø     Liebe Schützen, liebe Gemeinde,

Ø     es ist ein guter Brauch in Schapdetten, zu Beginn des Schützenfestes miteinander Gottesdienst zu feiern.

Ø     Das Schützenfest möchte uns Tage für schöne Feiern schenken. Und Feiertage sind, wie der deutsche Schriftsteller Walter Nenzel so treffend beschreibt, Atempausen der Seele.

Ø     Auch unser Gottesdienst ist eine Feier, eine Atempause der Seele, eine Atempause, in der uns Gott in ganz besonderer Weise begegnen möchte..

Ø     Ihn den Urgrund des Lebens wollen wir nun im Kyrie preisen.

Kyrie:  

Gloria:

Tagesgebet:

Herr, Gott des Lebens, du hast uns zusammengerufen. Als deine Gäste feiern wir diesen Gottesdienst. Wir hören auf das, was du uns sagen willst, durch dein Wort des Lebens in der Heiligen Schrift. Lass uns dafür aufmerksam sein und erkennen, was du jedem einzelnen von uns für sein Leben mitgeben willst: an Kraft, an Mut, an Orientierung, an Liebe. Das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Lesung: Nehemia 4,1–3.5–14

Lesung aus dem Buch Nehemia

Als aber Sanballat und Tobija sowie die Araber, die Ammoniter und die Leute von Aschdod hörten, dass der Wiederaufbau der Mauer von Jerusalem voranging - denn die Breschen schlossen sich allmählich -, wurden sie wütend und alle zusammen verschworen sich, gegen Jerusalem in den Krieg zu ziehen und dort Unruhe zu stiften. Wir aber beteten zu unserem Gott und stellten Tag und Nacht eine Wache auf, um uns vor ihnen zu schützen. Unsere Feinde aber sagten: Sie sollen nichts merken und nichts von uns sehen, bis wir mitten unter ihnen stehen; dann metzeln wir sie nieder und machen dem Unternehmen ein Ende. Doch die Juden, die bei ihnen lebten, kamen und sagten uns mindestens zehnmal: Aus allen Orten ringsum, wo sie wohnen, ziehen sie gegen uns heran. Da stellte ich unterhalb der Mauer auf dem freien Gelände das Volk nach Sippen geordnet auf, mit Schwertern, Lanzen und Bogen bewaffnet. Ich musterte sie, dann erhob ich mich und sagte zu den Vornehmen, den Beamten und den übrigen Männern: Fürchtet euch nicht vor ihnen! Denkt an den Herrn; er ist groß und furchtgebietend. Kämpft für eure Brüder und Söhne, für eure Töchter und Frauen und für eure Häuser! Unsere Feinde erfuhren, dass uns ihr Vorhaben bekannt geworden war. So vereitelte Gott ihren Plan und wir alle kehrten zu der Mauer zurück, jeder zu seiner Arbeit. Seit jenem Tag arbeitete nur die Hälfte meiner Leute am Bau; die andere Hälfte hielt Lanzen, Schilde, Bogen und Panzer bereit und die Obersten standen hinter dem ganzen Volk Juda, das an der Mauer baute. Die Lastträger arbeiteten so: Mit der einen Hand taten sie ihre Arbeit, in der andern hielten sie den Wurfspieß. Von den Bauleuten hatte jeder sein Schwert um die Hüften gegürtet und so bauten sie.

Ständig hatte ich den Hornbläser bei mir und ich sagte zu den Vornehmen, den Beamten und den übrigen: Die Arbeit ist vielfältig und weit ausgedehnt. Wir stehen auf der Mauer zerstreut und weit voneinander entfernt. Wo ihr also das Horn ertönen hört, dort sammelt euch um uns! Unser Gott wird für uns streiten.

Wort des lebendigen Gottes

Antwortgesang

Evangelium: Mt 22, 35-40

Ein Gesetzeslehrer wollte Jesus auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Predigt:

Ø     Liebe Schützen, liebe Gemeinde,

Ø     die biblische Lesung aus dem Alten Testament, die ich für den heutigen Gottesdienst ausgewählt habe, ist nicht gerade eine bekannte Bibelstelle. Sie erzählt davon, wie die Israeliten nach der Zerstörung Jerusalems und nach dem babylonischen Exil die Stadtmauern Jerusalems wieder aufbauen. Nehemia, der Anführer der Rückkehrer, berichtet über den Wiederaufbau und erwähnt in diesem Zusammenhang auch die ersten Schützen.

Ø     Vielleicht wundern Sie sich über diese merkwürdige Geschichte aus der Bibel und fragen sich, wo denn da die ersten Schützen erwähnt sind.

Ø     Denn da war weder vom Schützenkönig noch vom Königsschießen noch vom Festumzug die Rede.

Ø     Ich habe bei der Predigtvorbereitung mal das Stichwort „Schützenfest“ bei Google eingegeben und dabei gelernt, dass der Begriff „Schütze“ nicht etwa von „schießen“ kommt - wie ich bisher immer angenommen hatte -, sondern vielmehr etwas mit „Schutz“ bzw. „beschützen“ zu tun hat.

Ø     Und ich habe erfahren, dass die Ursprünge der Schützenvereine in den mittelalterlichen Städten liegen. Als eine Art Bürgerwehr hatten die Schützengilden die Aufgabe, die Stadtmauern vor feindlichen Angriffen zu schützen. Im Mittelalter taten sie das vor allem mit Bogen und Armbrust. Die Schützen waren keine bezahlten Soldaten, die gegen Sold ihren Dienst versahen. Es waren vielmehr Bürger, die sich aus Sorge um das Wohl ihrer Stadt für die Gemeinschaft einsetzten.

Ø     Die Schützen in den mittelalterlichen Städten, das waren die, die zum Wohle der Allgemeinheit die Stadtmauern und Tore bewachten und sich dabei manche Nacht um die Ohren schlugen. Das tun Schützen auch heute noch manchmal, allerdings aus etwas anderen Gründen. Die Schützen in den mittelalterlichen Städten waren auch diejenigen, die Hand anlegten, wenn es darum ging, eine fast abgebrannte oder zerstörte Stadt wieder aufzubauen. Von genau solchen Schützen und ihrem engagierten und kämpferischen Einsatz für die Stadtmauern Jerusalems erzählt der Bericht Nehemias, den wir in der Lesung gehört haben.

Ø     Von diesen ursprünglichen Aufgaben der Schützen ist heutzutage nicht mehr viel geblieben. Stadtmauern, die vor feindlichen Angriffen geschützt werden müssten, gibt es nicht mehr.

Ø     Umso reizvoller finde ich es, darüber nachzudenken, was die Schützen heute schützen. Wovor muss ein Dorf, eine Gemeinschaft heute geschützt werden? Welche Werte gilt es zu schützen und zu verteidigen?

Ø     Da fallen mir zunächst einmal Tradition und Brauchtum ein. Schützenfeste werden seit Generationen - abgesehen von kleinen Änderungen - auf nahezu gleiche Art und Weise gefeiert. Damit bilden die Schützenvereine ein heilsames Gegengewicht gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die uns mit ihren raschen Veränderungen häufig so atemlos werden lässt.

Ø     Als nächstes fallen mir die Werte von Gemeinschaft und Zusammenhalt ein. Vereinsamung und Vereinzelung sind nicht nur ein Phänomen der Städte. Auch in den Dörfern leben immer mehr Menschen nebeneinander her. Viele fahren tagsüber zur Arbeit in die umliegenden Städte und kehren nur abends zurück in ihr Heim im Grünen. Die Nachbarn kennt man oft nur flüchtig, von Neuzugezogenen weiß man vielleicht gerade noch den Namen. Wenn es da gelingt, Menschen zusammenzubringen und Gemeinschaft zu stiften, ist das ein wichtiger Dienst für das Gemeinwohl. In vielen Dörfern - so auch hier bei uns in Schapdetten - ist das Schützenfest noch immer das gesellschaftliche Highlight des Jahres - hier begegnet man sich, hier trifft man sich, hier wird Gemeinschaft gelebt.

Ø     Für die einzelnen Schützen ist ihr Einsatz mit einen hohen zeitlichen und teilweise auch finanziellen Engagement verbunden. Wie die Schützen des Mittelalters tun sie ihren Dienst ehrenamtlich, ohne „Sold“.

Ø     Auch dies ist ein Wert, den es zu schützen gilt: Freigiebigkeit und ehrenamtliches Engagement, das nicht nur danach fragt, was für mich dabei rausspringt.

Ø     Was schützen die Schützen heute? Als drittes fallen mir Werte ein, die mit dem Schießsport an sich und seinen Eigenarten zu tun haben.

1.     Das erste, was beim Schießen wichtig ist, ist, dass man ein Ziel haben und dieses Ziel kennen muss. Es kommt darauf an, das Ziel im Auge zu haben und nicht einfach aufs Geratewohl drauf loszuschießen. Es gibt zwar von manchen Orten Gerüchte, dass hin und wieder schon ein Schütze die Königswürde erlangt hat, der nicht ganz so genau auf die Zielscheibe gezielt hat, aber das ist natürlich nur böses Getratsche.
Was für den Schießsport gilt, gilt auch für unser Leben. Nur wenn wir unser Ziel kennen und unseren Ursprung, wird unser Leben gelingen. Für uns Christen liegen Ursprung und Ziel unseres Lebens in Gott.

2.     Ein zweites, was beim Schießen wichtig ist, ist Vorsicht. Ein Schütze muss mit der Waffe behutsam umgehen, leichtfertiges Handeln kann schnell zu Unfällen führen. Es braucht bestimmte Sicherheitsvorkehrungen und Regeln, bevor man den Abzug betätigt. Auch dies lässt sich in unserem alltäglichen Leben wieder finden. Vorsicht und Rücksichtnahme im Umgang mit sich selbst und anderen zeichnen einen verantwortungsvollen und reifen Menschen aus. Das Evangelium formuliert das in dem einen großartigen Satz: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und fasst damit alle Regeln, die es im Leben braucht, zusammen.

Ø     Wir sehen also, dass die Schützen auch in unserer Zeit noch einiges schützen können. Keine Stadtmauern und Tore, aber manche Traditionen, Werte und Prinzipien.

Ø     Aber die Schützen selber brauchen - so wie wir alle - auch selber Schutz. Oder anders gesagt: die Fürsorge und Begleitung Gottes. Sie brauchen den Segen Gottes. Damit Streit und Missverständnisse, Neid und Missgunst, die zu jeder menschlichen Gemeinschaft dazu gehören, sie nicht trennen. Und damit sie genügend Kraft, Freude und Energie für ihr Engagement behalten.

Ø     Nehemia und seine Schützentruppe, von denen wir vorhin gehört haben, waren voller Vertrauen auf die Fürsorge und den Segen Gottes. Aus diesem Vertrauen haben sie die Kraft bekommen, Tag und Nacht an ihrer Aufgabe festzuhalten und die zerstörten Stadtmauern Jerusalems wieder aufzubauen.

Ø     Und um dieses Vertrauen in Gott auch unter uns heute im Jahr 2009 in Schapdetten zu stärken, ist es gut das Schützenfest mit einer Eucharistiefeier zu beginnen und Gott um seinen Segen zu bitten. Amen.

Credo:

Fürbitten:

Liebender Gott, du bist uns nahe. Zu dir kommen wir mit unseren Bitten:

Ø     Für alle Menschen, die in der Sommerzeit vom alltäglichen Stress abschalten möchten: dass sie Erholung und Entspannung finden. Gott, unser Vater...

Ø     Schützenvereine sind entstanden, um das Volk bei Gefahr zu schützen. Lass sie sich für den Frieden und für Gerechtigkeit einsetzen. Gott, unser Vater...

Ø     Für alle, die sich in Vereinen zusammentun: hilf, dass dort Geschwisterlichkeit, Freundschaft, Verantwortungsbewusstsein und Einsatz gelebt wird. Gott, unser Vater...

Ø     Für alle, die sich schon auf das Schützenfest freuen: Schenke dem diesjährigen Schützenfest ein gutes Gelingen und allen Beteiligten viel Freude und gute Begegnungen. Gott, unser Vater...

Ø     Für alle Verstorbenen, besonders für die verstorbenen Angehörigen des Schützenvereins: schenke ihnen nach der Pilgerschaft auf dieser Erde Frieden und Seligkeit. Gott, unser Vater...

Guter Gott, wir danken dir für die Gewißheit, daß nichts und niemand uns je von dir trennen kann. Erhöre unsere Bitte durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Gabenbereitung:

Gabengebet:

Gott, du Ursprung aller Dinge, du gibst Speise und Trank für das tägliche Leben. Was du uns in die Hände gelegt hast, nimm entgegen als Zeichen unseres Dankes durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Präfation: MB 446 ‚Gottes Lob als Gottesgeschenk’

Sanctus:

Hochgebet: II

Agnus Dei:

Mahlspruch:

Schlussgebet:

Gott, unser Vater, wir danken dir, denn du hast uns durch dein Wort gestärkt. Lass uns in der Kraft deines Geistes leben, schenke uns Mut und Zuversicht für unseren Alltag und bewahre uns davor, in all unseren Aufgaben und Pflichten die Mitte unseres Lebens zu verlieren, die du selber bist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

vor dem Segen:

Ø     „Ein Haus ohne Geselligkeit ist wie eine Blume ohne Duft.”
Sigismund von Radecki (1891-1970), dt. Schriftsteller

Segen:

Schlusslied: