Wie gut, dass es Dich gibt!





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Eucharistiefeier

24.01.2010, 18 Uhr

Kirche St. Ursula

Wie gut, dass es Dich gibt!

 

Vorüberlegungen:

Ø      Überschrift vom Gottesdienst ist gewählt im Anschluss an folgendes Zitat von Angela Merici
„Unter den guten und notwendigen Gaben, die Gott mir geschenkt hat, seid Ihr eine der wichtigsten.“

 

 

Zum Einzug:      Orgelvorspiel

Lied:                    „Singt dem Herrn ein neues Lied“

Begrüßung:        (eine Schwester der Ursulinen)

Begrüßung und thematische Hinführung unter Bezugnahme auf Angela Merici;

Überleitung zum gesungenen „Kyrie“

Kyrie-Lied: „Misericordias domini“

Gebet: Fr. Beckmann (Mutter)

Gott, du mein Herr, du hast mich angerührt

und das Licht deiner Wahrheit

in mein Herz gesenkt,

du hast die Sehnsucht geweckt

die sich nach dir ausstreckt,

wo immer ich mich befinde:

mitten im Alltag und auf dem Fest,

in der Begegnung und in der Arbeit,

im Straßenverkehr und in der Stille einer Kirche,

im gemeinsamen Leben und hinter der geschlossenen

Tür meines Zimmers.

Herr, gib mir ein hörendes Herz.

Lass mich wachsam sein

mit weitem und sehnsüchtigem Herzen,

um das leise Wehen deines Geistes zu vernehmen.

Lass mich erkennen,

dass ich bei Dir so sein darf, wie ich bin,

mit allen Fehlern und Schwächen.

Gib mir die Kraft, mich gemäß Deiner Botschaft

mit meinen bescheidenen Kräften

einzusetzen für meine Mitmenschen. Amen.

Gloria-Lied:        „Gloria, … et in terra pax (Kanon)

Geschichte: Die kleine Schraube (Schüler Gymnasium)

Geschichte „Die kleine Schraube“ von Rudyard Kipling

Es gab einmal in einem riesigen Schiff eine ganz kleine Schraube, die mit vielen anderen ebenso kleinen Schrauben zwei große Stahlplatten miteinander verband. Diese kleine Schraube fing an, bei der Fahrt mitten im Indischen Ozean etwas lockerer zu werden und drohte herauszufallen.

Da sagten die nächsten Schrauben zu ihr: „Wenn du herausfällst, dann gehen wir auch.“

Und die Nägel unten am Schiffskörper sagten: „Uns wird es auch zu eng, wir lockern uns auch ein wenig.“

Als die großen eisernen Rippen das hörten, da riefen sie:

„Um Gottes willen bleibt; denn wenn ihr nicht mehr haltet, dann ist es um uns geschehen!“

Und das Gerücht von dem Vorhaben der kleinen Schraube verbreitete sich blitzschnell durch den ganzen riesigen Körper des Schiffes. Er ächzte und erbebte in allen Fugen.

Da beschlossen sämtliche Rippen und Platten und Schrau-ben und auch die kleinsten Nägel, eine gemeinsame Bot-schaft an die kleine Schraube zu senden, sie möge doch bleiben; denn sonst würde das ganze Schiff bersten und keine von ihnen die Heimat erreichen.

Das schmeichelte dem Stolz der kleinen Schraube, dass ihr solche ungeheure Bedeutung beigemessen wurde, und sie ließ sagen, sie wolle sitzenbleiben.

Impuls: Ursulinen

Ø      Bezug der Geschichte zu Angela Merici

Lied: „Tui amoris ignem“

Evangelium: Lk 4,14-21 (Herr Maas)

In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesája. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde (und den Blinden das Augenlicht, damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe).

Predigt: Roeger

Ø      Liebe Schwestern, liebe Schulgemeinde, liebe Mitfeiernde,

Ø      diese Eucharistiefeier wurde unter die Überschrift gesetzt: ‚Wie gut, dass es dich gibt.’ Es ist eine Abwandlung eines Zitates der heiligen Angela Merici, wie wir vorhin von Schwester Annette gehört haben.

Ø      Und mir scheint, es ist zugleich eine gute Deutung des Evangeliums: Jesus ist gekommen, damit er den Armen eine gute Nachricht bringt. Und die Armen, die möchte ich gerne in einem weiteren Rahmen verstehen. Es sind alle Menschen, die spüren, dass sie bedürftig sind, dass nicht alles im Leben rund läuft, dass das Leben seine Ecken und Kanten hat; alle, die auch mit der eigenen Person und dem eigenen Leben und Handeln nicht immer ganz zufrieden sind. Insofern sind wir wohl alle in der einen oder anderen Hinsicht Bedürftige.

Ø      Und die gute Nachricht lautet: Es ist gut, dass es jede einzelne und jeden einzelnen von uns gibt. Und die tiefste Begründung ist: Wir sind alle ins Dasein geliebt. In der Regel sind wir durch die Liebe unserer Eltern entstanden und vom Augenblick unseres Dasein an sind wir geliebte Menschen. Und auch wenn wir vielleicht von unseren Eltern nicht immer ganz geplant worden sind, dürfen wir gewiss sein: Gott liebt uns vom ersten Augenblick an, letztlich verdanken wir seiner Liebe unser Leben, er hat uns ins Dasein geliebt.

Ø      Und das ist für mich die Grundbotschaft des Glaubens. Jeder und jede ist von Gott her ein über alles Geliebter, eine über alles Geliebte.

Ø      Als mich die Ursulinen baten, diesen Gottesdienst als Zelebrant mitzufeiern und in diesem Gottesdienst zu predigen, war ein Wunsch, dass ich mich und was mich bewegt vorstelle, als jemand, der neu beauftragt ist, im Rahmen der Schulpastoral an den beiden Ursulinenschulen mitzuarbeiten.

Ø      Und da passt dieser Satz ‚Wie gut, dass es dich gibt’ wunderbar, um das näher ins Wort zu bringen.

Ø      Von der Gesellschaft und der Politik her erfahren die Kirchen - so scheint mir - eine neue Wertschätzung. Zwei Gründe sind hier im Wesentlichen auszumachen. Es wird wahrgenommen, dass unsere Gesellschaft eine Wertorientierung braucht, die im Schwinden zu sein scheint. Von den Kirchen erhofft man sich daher erstens einen Beitrag zur Wertevermittlung. Angesichts der aus verschiedenen, hier nicht zu diskutierenden Gründen, zunehmenden Bedeutung sozialen Engagements wird von den Kirchen ein wesentlicher Beitrag erhofft. Dies zeigt sich auch in konkreten Gesetzen. So heißt es beispielsweise in einer Rahmenvereinbarung des Landes NRW mit den Kirchen, dass gemeinwohlorientierte Angebote der kirchlichen Träger bei der Durchführung außerunterrichtlicher Angebote der Offenen Ganztagsgrundschule Vorrang vor Angeboten anderer Anbieter haben.

Ø      So positiv das Vertrauen in die Kirchen auch sein mag, so möchte ich doch auch ein deutliches Fragezeichen setzen. Ist es wirklich für die Kirchen gut, wenn die Kirchen primär als Wertevermittler und als soziale Akteure wahrgenommen werden? Wird dadurch nicht Kirche in unzulässiger Weise verkürzt, was auch Folgen für deren Innenleben haben kann?

Ø      Hinsichtlich der Wertevermittlung stellen sich mir zwei wesentliche Fragen. Es gibt zwar unbestreitbar einen gewissen Zusammenhang zwischen Religiosität und Werten, zugleich aber zeigen Studien, dass sich die Werte nichtgläubiger Menschen im letzten nur wenig von denen religiöser Menschen unterscheiden. Nicht zuletzt bemühen sich ja Moraltheologen und Ethiker Werte unabhängig vom Glauben autonom zu begründen, dass also jedem Menschen grundsätzliche Werte wie die Menschenrechte auch dann einsichtig sind, auch wenn sie nicht Christen sind.

Ø      Und wird Kirche als Spezialistin für Werte nicht genau das, was ihr immer wieder vorgeworfen wird? Eine Moralinstanz. Und wer liebt schon jemanden, der vorwiegend Regeln aufstellt? Kirche also wieder mal als eine Institution, die verbietet, was Spaß macht.

Ø      Und ist mit sozialem Engagement Kirche ausreichend beschrieben, oder ist soziales Engagement eher die äußere Seite einer inneren Haltung bzw. deutlicher gesagt, einer inneren Beziehung. M.E. taucht hier in abgewandelter Form wieder die uralte Frage von Martin Luther auf. Rechtfertigen uns unsere Werke, unsere Taten oder allein der Glaube und die Gnade? Auch wenn die ursprüngliche Frage Luthers, wie wir zu einem gnädigen Gott kommen, wohl eher nicht unsere Frage ist, bleibt aber die Kernaussage der Rechtfertigungslehre, wie ich sie für die heutige Zeit verstehe, aktuell:

Ø      Denn gerade in einer Gesellschaft, die den Wert eines Menschen weithin begründet in dem, was er leistet, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Misserfolg, Niederlagen, Krankheit, Behinderung - die Frage nach dem Wert und der Würde eines Menschen jenseits seiner erbrachten Leistungen. Für Christen gilt die Zusage Gottes: Du hast einen Wert - vorgegeben, unverfügbar, geschenkt - egal, was du leistest. Der Grund unseres Lebens, unseres Vertrauens und unserer Hoffnung ist nicht in uns selbst zu suchen, sondern in Gott, der uns durch Christus in unbeirrbarer Liebe begegnet.

Ø      Und die Überschrift über diese Feier ‚Wie gut, dass es dich gibt’ weist gerade auf diese innere Beziehung zum Gott Jesu Christi hin. Das alles Entscheidende scheint mir zu sein, dass Gott jeden und jede über alles liebt.

Ø      Und das tut gut und hilft zum Leben.

Ø      Denn vermutlich kennen Sie/ kennt Ihr auch bisweilen das Gefühl, das jeder an einem etwas rumzumeckern hat. Oder dass jeder an einem zerrt.

Ø      Ich kann mich daran erinnern, dass meine Eltern früher sagten: Räum mal wieder auf, mach dies, mach das.
Und heute als Pastor ist das auch nicht viel anders: Herr Pastor, Sie müssen aber....

Ø      Die meisten Schüler kennen den Frust, dass eine Arbeit daneben gegangen ist.

Ø      Oder viele von uns kennen das Gefühl, dass eine Freundschaft zu zerbrechen droht, dass man sich missverstanden fühlt oder jemand einem die gute Absicht nicht glaubt.

Ø      Oder - das erlebe ich nicht selten in seelsorglichen Gesprächen - dass jemand sagt: ich kann aus meiner Haut nicht raus, ich möchte wohl so gerne etwas ändern oder mich etwas trauen, aber es geht irgendwie nicht.

Ø      Und dann die Zusage: Es ist gut, dass es dich gibt. Dies sagt uns Gott zu, weil er uns liebt. Das ist das alles entscheidende, dass es diese Beziehung gibt. Es ist eine Liebesbeziehung. In ähnlicher weise lautete auch das Motto unseres Bistumsjubiläums 2005: 1200 Jahre Bistum Münster - eine Liebesgeschichte.

Ø      Eine Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch. Vielleicht klingt das für den einen oder die andere jetzt ziemlich fromm. Mir scheint aber, dass dies eine urmenschliche Erfahrung ist.

Ø      Denn im letzte ist die Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch in ihren Charakter einer Liebesbeziehung zweier Menschen vergleichbar.

Ø      Ein verliebter Mann schenkt seiner Freundin Rosen. Sie sind Ausdruck seiner Gefühle, seiner Liebe. Das entscheidende ist die Liebe, die Rosen sind der Ausdruck.

Ø      In ähnlicher Art und Weise gilt das auch für die Beziehung zu Gott. Sie ist die originäre Aufgabe der Kirche, zu einer solchen Beziehung möchte sie hinführen. Dadurch verliert natürliches alles soziale Engagement oder alle Wertevermittlung nicht an Bedeutung. Sie sind Ausdruck der empfangenen Liebe Gottes.

Ø      Manch einer wird jetzt denken, dass meine Überlegungen zu geistig und zu hoch sind. Das Ermöglichen oder die Anbahnung einer solchen Beziehung ist kaum im Bereich von Schule zu leisten.

Ø      Dem kann und will ich nicht widersprechen. Und mir ist da ein Satz von Frère Roger ganz wichtig geworden. „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, und sei es noch so wenig. Aber lebe es.“

Ø      Der Anspruch, den am Schulgeschehen Beteiligten eine emotionale Beziehung zu Gott zu ermöglichen, ist hoch und wohl kaum einlösbar. Auch nicht an einer kirchlichen Schule.

Ø      Allerdings haben hier Ordensschulen als ein Sonderfall kirchlicher Schulen eine ganz besondere Chance. Sie sind getragen von Orden, die eine bestimmte Spiritualität leben.

Ø      Speziell für die Ursula-Realschule und das Ursula-Gymnasium bedeutet das, dass wir uns in all unseren Fragen, in unserem Suchen auch eingebettet wissen dürfen in einer Gruppe von Menschen, die aus dieser Beziehung zu Gott leben, die diese pflegen, die sich mehrmals täglich zum Gottesdienst versammeln. Allein durch ihr Dasein und das Leben ihrer eigenen Spiritualität sind die Ursulinen für uns eine Erinnerung, ein Anstoß, eine Ermutigung, selber nach einer tragende Gottesbeziehung zu suchen und zu versuchen, eine emotionale Beziehung zu Jesus aufzubauen.

Ø      Damit wir dann existentiell für uns erfahren können: Jeder und jede ist von Gott unendlich geliebt. Oder kurz formuliert: Es ist gut, dass es jeden von uns gibt. Amen.

Fürbitten:  (Realschule)

Ø      (mit Liedruf zwischen den Fürbitten; Die Fürbitten werden in den Anfang des Liedrufes, der als langer Ton ausgehalten wird hineingesprochen, Absprache kurz vor dem Gottesdienst)

Herr, wir kommen zu dir, uns auszusprechen, dich zu loben für das, was gelungen ist, dir zu danken für deine Beglei-tung, dich zu bitten, dass wir Fehler und Versäumnisse besser machen. Dir, Herr, vertrauen wir alles an, höre unsere Bitten:

Ø      Liedruf

Ø      Guter Gott, schenke allen Schülerinnen und Schülern Interesse am Unterricht, die Bereitschaft zu lernen und Freunde, mit denen sie lachen und Leid teilen können. (Schülerin Realschule)

Ø      Liedruf

Ø      Guter Gott, schenke den Lehrerinnen und Lehrern immer wieder neue Ideen, Freude am Unterrichten und einen partnerschaftlichen, aufmerksamen Umgang mit ihren Schülerinnen und Schülern. (LehrerIn Realschule)

Ø      Liedruf

Ø      Guter Gott, schenke den Eltern Geduld und Zeit, ihre Kinder liebevoll durch das Leben und die Schule zu begleiten, um auf mögliche Sorgen und Probleme eingehen zu können. (Elternteil Realschule)

Ø      Liedruf

Ø      Guter Gott, schenke den Schwestern unseres Konvents weiterhin die Kraft und die Zuversicht, ihr Leben im Geiste der Heiligen Angela zu führen sowie alle Herausforderungen und Aufgaben zu bewältigen, die in der Zukunft anstehen. (Ursulinen)

Ø      Liedruf

Ø      Guter Gott, schenke den Menschen in Haiti viel Kraft und Zuversicht, damit sie in ihrer schlimmen Situation nicht alle Hoffnung verlieren, und lass sie viele Helfer finden, die sie in ihrer Not unterstützen.

Ø      Liedruf

Dir, Herr, dem Schöpfer der Welt, dem Hüter des Lebens, vertrauen wir uns an. Schenke uns deinen Frieden, heute und all unsere Tage. Amen

Ø      Kollekte für die Erdbebenopfer in Haiti

Gabenbereitung:  

Gabengebet:

Herr, nimm uns an. Unsere Mühen, unsere Leidenschaft, unsere Sehnsucht, unser täglich Brot. Dir danken wir für deine Nähe, deine Liebe, für deinen Segen. Sprich du das Wort, das uns befreit und verwandle deine Gaben in unser Leben. In Brot und Wein bist du ganz da. Herr, wir danken dir.

Präfation: ‚Jesus, unser Weg’

Sanctus-Lied: „Jesu Redemptor omnium“

Hochgebet: ‚Jesus, unser Weg’

w.d.Hochgebetes: „Bless the Lord“

Vater unser:

Friedensgruß:

Uns ist der Friede von Gott geschenkt. Immer wieder dürfen wir Momente erleben, die uns friedlich stimmen und so etwas von dem Frieden Gottes erahnen lassen. Mit diesem Frieden schickt Gott uns in unseren Alltag zurück mit dem Auftrag, diesen weiterzugeben und zu leben.

Lied: „ Nunc dimittis“

Kommunion:

Schlussgebet: (Herr Maas)

Lied: „Meine Hoffnung, meine Freude / El Senor“

Segen/Zuspruch:

Zum Segen werden die Mitfeiernden eingeladen wie bei der Kommunion nach vorne zu kommen und vom Vorbereitungskreis, Fr. Starke und H. Maas einzeln gesegnet und bekommen dann das Segenwort als Kärtchen:

Einladung zum Empfang (Schwestern?)

Ø     N., Gott sagt zu Dir: Gut, dass es Dich gibt. Sein Segen begleite Dich.

(Während der Segensaktion: Orgelvariation über das Schlusslied)